servus Newsletter März 2017

Termine: Mittwoch 8. März. 2017, Start 15:00
Internationaler Frauentag mit Feminismus & Krawall
Wir stehen vor einer politischen Apokalypse. Spätestens seit der Wahl des amerikanischen Präsidenten ist die öffentliche Abwertung von Frauen und Sexismus nicht Teil eines wilden Traums, wo der Prozess einer Entdemokratisierung voll im Gang ist, sondern eine Realität im Jahr 2017! 106 Jahre nachdem sich Frauen beim ersten internationalen Frauentag ein Wahlrecht erkämpft haben, sind Diskriminierungen jeglicher Art, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus nicht nur spürbar „salonfähiger“ geworden, sie drohen zur Norm zu werden.
Viele Gründe seine Solidarität beim postapokalyptischen Marsch am 8. März zu zeigen oder sich performativ an feministischen Aktionen zu beteiligen.
http://www.feminismus-krawall.at/programm-8-maerz-2017

Heldinnen
Katharina Nocun ist Ökonomin, Publizistin und Netzaktivistin und arbeitet an den Themen digitale Grundrechte, Demokratie und neue Protestformen. Durch ihre Arbeit zum Thema Rechtsextremismus in Deutschland ist sie immer wieder mit Drohungen, Trolling und Stalking konfrontiert. In Ihrem Artikel „Das Internet ist Schuld (AfD – Teil 42)“ schreibt sie: „Wir können soziale Probleme nicht mit Technik lösen. Es ist wichtig zu verstehen, dass bei der Mobilisierung der Rechten heute keine weltbewegenden neuen Mechanismen am Werk sind als in den 1930ern.“
Zum Artikel: http://kattascha.de/?p=2896

Eine Empfehlung: Eine sehenswerte Aufzeichnung vom Elevate Festival 2016.
Drei außergewöhnlichen Aktivistinnen geben Einblick in ihre Arbeit: Ksenia Ermoshina, Naomi Colvin und Katharina Nocun.
Video: https://vimeo.com/189427137

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Mailinglisten
Wie trage ich mich aus einer servus Mailinglisten aus?
Einmal im Monat flattert ein automatisches Email in die servus Inbox, die daran erinnert, wo und mit welchem Account man bei uns auf einer Mailingliste gelandet ist. Spätestens zu diesem Zeitpunkt gibt diese Email Aufschluss darüber mit welcher Email-Adresse man auf der Liste eingetragen ist und kann sich austragen. In der Mail führt der entsprechende Pfad zu jener Liste. Unter dem Punkt „Austragen / Ändern einer Mailadresse“ am Ende der Listen-Seite erscheinen dann die zwei Optionen „Passwort neu“ oder „Kündigung des Abos“. et voilà.
Ein neues unverschlüsseltes Passwort, das durch unser Programm Mailman zugesendet wird, kann nach dem Einloggen auf ein sicheres Passwort geändert werden.

Digitale Rituale
Es gibt viele Message Apps, aber eine Alternative, die deine Nachrichten verschlüsselt:
Signal. „Signal is the most scalable encryption tool we have. It is free and peer reviewed. I encourage people to use it everyday.“ sagt Laura Poitras; sie ist investigative Journalistin und Filmemacherin. https://whispersystems.org/

Rückblick
Am Freitag, 24. Februar fand eine Input-Session „Wie viel kostet Sichtbarkeit?“mit Joachim Schnaitter, Dj & digital Account Director bei einer Linzer Agentur, statt. Unter den zirka zwanzig Teilnehmer_innen wurde versucht zu ergründen, ob sich unsere Anstrengungen in „sozialen Kanälen“ sichtbarzuwerden „auszahlt“. Klar wurde am Beispiel von Radio Fro, dass die Präsenz in Facebook neben der eigenen Commuity-Plattform zum wichtigsten Verbreitungsmedium gehört. Während sich die Frage für einzelne Kunst und Kulturschaffende doch berechtigt stellt. Wie es sich unter den Teilnehmer_innen zeigte, kann man auch ganz gut auskommen, wenn man nicht in diesen Netzwerken aktiv ist und Kontakte auf klassische Weise organisiert und pflegt. Accounts mit anderen zu teilen ist auch ein gangbarer Weg, wenn man eher die Rolle der Beobachter_in vorzieht. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass der Aufwand die eigenen Zielgruppe mit Inhalten zu erreichen, ohne Budget um ein vielfaches höher ist, weil man entsprechende Aktivitäten in Form von Kommentaren, Diskussionen, Bilder etc erzeugen muss. Inhalte der eigenen Webpage ohne Verlinkungen und ohne interessantem Aufhänger in die Maschine zu füttern, bringt rein gar nichts. Selbst ein gut verlinktes Posting auf Facebook wird in etwa nur von 20% der anvisierten Community, sprich Friends, überhaupt gesehen. Das kann unweigerlich zu dem Schluss führen, dass etwas Geldeinwurf für Herrn Zuckerberg gleich weniger Arbeit bedeutet. Diese Entscheidung sei jeder/m selbst überlassen. Kostenpflichtig in dem Sinn wird Facebook nie werden, denn der Gewinn an Informationen über User_innen jeglicher Art ist um ein vielfaches höher, als Geld für eine Benutzung einzuheben.

Schwerpunkt – Bots
Der Artikel „Bot or Not? – Die Zukunft der Meinungsmache“ ist in der Märzausgabe der Versorgerin erschienen. Mit den amerikanischen Wahlen ist eine neue Ära der politischen Meinungsmache eingeleitet, in der Big Data und Mustererkennung gepaart mit Automatisierung neue Formen der politischen Einflussnahme ermöglicht, für die wir bisher keine Handhabe haben.
https://core.servus.at/de/de/about/blog/bot-or-not-die-zukunft-der-meinungsmache
Autor_innen: Valie Djordjevic & Ushi Reiter

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