servus Newsletter Februar 2017

Source: https://epicenter.works/

Termine:
24.02.2017, 19:30 – servus Clubraum

Input Session: Wie viel kostet Sichtbarkeit?
Als Kunst, Kulturschaffende und freie Medienproduzent_innen nutzen wir soziale Netzwerke um unsere Agenden, Programme, Projekte und Meinung zu verbreiten – kurz die Ökonomie der Aufmerksamkeit zu steigern. Inhalte für diesen Zweck aufzubereiten ist mit einem relativ hohen Arbeitsaufwand verbunden, kostet Zeit und erfordert Know How. Wissen wir, was wir tun? Oder wie zielführend gehen wir wirklich damit um? Joachim Schnaitter, Dj & digital Account Director bei einer Linzer Agentur, ist am Freitag 24.02. 2017 um 19:30 bei uns zu Gast. Er wird den „sozialen“ Medienauftritt der einen oder anderen Kulturinitiative mit uns analysieren und uns einen Einblick in das professionelle Online Marketing Geschäft geben, bei dem der Handel und die Auswertung von Daten eine wesentliche Rolle spielen. Um Anmeldung wird gebeten. Die Teilnahme ist für servus Mitglieder gratis. Für nicht Mitglieder gibt es eine "Pay what you want Box" Anmeldung bis 22.02.2017

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Digitale Rituale

Schon mal eine alternative Suchmaschine ausprobiert?
Manchmal ist es lohnend die „Weltsicht“ durch die Google-Brille zu verlassen und sich alternative Suchergebnisse anzusehen. Diese Ente entfesselt: DuckDuckGo hat die sympathische Eigenschaft, Suchergebnisse und persönliche Informationen nicht zu tracken, was zur Praxis von Google gehört. Ixquick, seit 1998 am Markt, funktioniert wie ein Herold: Ixquick säubert die Suchabfrage von persönlichen Informationen, sendet die Abfrage erst dann zu Google und liefert die Abfrage wieder zurück. Das niederländische Unternehmen verpflichtet sich ebenfalls, die privaten Daten seiner Nutzer nicht zu speichern. Bei sogenannten Meta-Suchmaschinen werden Suchanfragen an andere Suchmaschinen weitergeleitet und dann die Ergebnisse entsprechend aufbereitet. Beispiele für Metasuchmaschinen: https://metager.de/, https://www.unbubble.eu/, https://www.wegtam.com/ u.a. Um diese Art des Suchens im Alltag anwenden zu können, erweitert man z.b. einfach den Firefox Browser im Suchfeld mit den genannten Alternativen.

Zum Trotz aufgemotzt
Wordpress, das wohl am meisten verwendete Content Managment System, hat viele Vorteile. Es ist leicht zu installieren und einfach zu bedienen. Die Kehrseite der Medaille: Ein System, dass weit verbreitet ist, wird auch gerne gehackt. Zudem kann eine Wordpress-Seite auch sehr langsam sein, wenn man gewisse Grundregeln nicht beachtet. Drei Themen, die bei jeder Betreiber_in auf der

Prioritätenliste stehen sollte:
# Einstellung für automatisierte Updates
# Geschwindigkeitsoptimierung:
- Webtaugliche Größen von Bildern und Videos beachten beim Einbinden
in die Seite
- Die Seitengeschwindigkeit  (Site-Performance) beeinflussen, zb
mit: WP Super Cache
# Der Verzicht von externen social Media Plugins, die beim Aufruf
der Seite erst geladen werden müssen und zudem Tracking verursachen.

Back to the Roots with Hugo


Wem Datenbanken zum Halse raushängen und nicht glücklich ist mit diversen Content Managment Systemen, der/die produziert statische Webseiten (gostatic). Das Erzeugen von statischen Web-Seiten geht heute mit Hilfe von verschieden Generatoren automatisch. Der große Vorteil dabei ist, dass am Ende HTML-Seiten auf dem Webserver liegen und Inhalte nicht in einer Datenbank verteilt in Tabellen dynamisch ausgelesen werden müssen. Dieser „Trend“, der um 2010 begonnen hat, ist bis jetzt eher unter technikaffinen „Geeks & Cracks“ verbreitet, die hinter den weitverbreiteten dynamischen Systemen ständig „Security-Nightmares“ erfahren.

mur.at, unsere Nachbarin aus Graz, hat beispielsweise die neue Webseite mit einem Werkzeug namens „Hugo“ realisiert. Steve Francia (@spf13), der Entwickler von Hugo schreibt was der Anlass war Hugo zu entwickeln: „First, I was disappointed with WordPress, my then website solution. With it, I couldn’t create content as efficiently as I wanted to. It rendered slowly. „ unsw.
http://gohugo.io/overview/introduction/

Eine etwas weniger „nerdige“ Variante, die sympathisch ist, ist ein Dokuwiki. Hier werden erstellte Inhalte als Text Files am Server abgelegt. Und gewusst wie, kann ein Dokuwiki auch wirklich gut aussehen. Das beweisen die Seiten der Stadtwerkstatt, die vom Künstler Michael Aschauer (http://m.ash.to) erstellt wurden.
http://air.stwst.at/eleonore16/, http://stwst48x2.stwst.at/

Historische Karten unter Public Domain & freien Lizenzen
findest du in unserer Linksammlung

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Themen-Mix
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Prove You Are Nonhuman (Transmediale 2017)


Seit jeher ist die Entwicklung künstlicher Intelligenz  immer mit der Idee verbunden, das menschliche Gehirn nachzubilden und dieses gleichzeitig als Maschine zu verstehen. Seit dem berühmten Turing-Test und bis heute sind Menschen damit beschäftigt verschiedene Formen künstlicher Intelligenz (KI) mit den Möglichkeiten des menschlichen Gehirns zu vergleichen. Aber im Endeffekt, so Marloes de Valk in ihrer Präsentation bei der Transmediale 2017, haben wir heute erst eine effiziente Automatisierung. Die Rolle des Menschen ist es oft genau da zu intervenieren, wo es darum geht komplexe Prozesse zu verstehen, Fragestellungen, die ein Computer nicht bewältigt. Unter den heute verwobenen Bedingungen, wo Bots sich menschlich oder sogar sozial verhalten, filtern, News-Inhalte moderieren oder als  High Frequency Traders am Finanzmarkt Kurse beeinflussen, ist es schwierig geworden sich darüber sicher zu sein wer oder was hinter einer Handlung steht. Das Panel „Prove You Are Nonhuman“ bei der Transmediale wurde Geoff Cox eröffnet. Die darauf folgenden Beiträge von Finn Bruntons, Marloes de Valk  und Suzanne Treister waren alle gut präsentiert und sehr interessant. Ist es möglich die Rolle und Funktion von nichtmenschlichen Akteuren nachzuvollziehen? Was würde es bedeuten, mit der Vermenschlichung des Computers aufzuhören und die Perspektive der Maschine einzunehmen?  Dieses Panel ist eine Empfehlung und kann via Podcast nachgehört werden.
Audio: https://voicerepublic.com/talks/prove-you-are-nonhuman-bffc6732-a8be-4501-a59c-b418cc22dabf

Das Überwachungspaket
Es hat sich wohl schon verbreitet, dass das neue Regierungsprogramm vom 30. Jänner auch ein fettes Überwachungspaket beinhaltet. Flächendeckende, vernetze Videoüberwachung, Legalisierung von staatlicher Spionagesoftware, Vorratsdatenspeicherung 2.0, Kennzeichenerfassung, Registrierung von Prepaid-SIM-Karten und vieles mehr. Gute Arbeit uns hier am Laufenden zu halten leistet das Team von AKVorrat, dass sich jetzt EPICENTER.WORKS nennnt.  Wir sehen uns wohl in Zukunft des öfteren auf der Strasse!
https://epicenter.works/
 


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