➡ Data into Flesh, Flesh into Data von jiawen uffline

„Schnitte erkennen heißt, sie zu machen“ Bildgebungstechnologien versuchen seit jeher, Körper in Datensätze umzuwandeln, um eine lesbare und beschreibbare Menge von Körpern in silico zu reproduzieren und zu simulieren. Dieses Video spricht über den Körper, Daten und die Transformation zwischen ihnen aus der verkörperten Perspektive der interstitiellen Flüssigkeit, der Flüssigkeit zwischen den Zellen. Wir wandern und denken mit dem amorphen flüssigen Netzwerk von Beziehungen, das um den Körper zirkuliert, und untersuchen Gewebefärbung und digitale Segmentierung sowie ihre Gemeinsamkeiten – beide reduzieren Mehrdeutigkeiten, schaffen Kontraste, definieren Strukturen und machen sichtbar. Hier wird Sichtbarkeit zu einer Frage der Dimension, Projektion, Achse und Rotation. Einmal in Daten umgewandelt, werden sowohl körperliches Fleisch als auch digitales Fleisch operabel und treten in eine rekursive Simulation ein, in der Tiefen und Dichten geschnitten, falsch eingefärbt, navigiert, vergrößert, gedreht und wieder in drei Dimensionen gestapelt werden können. Die Materialität des Körpers wird nach der Logik der Computerspeicherung und des Computervisions neu bearbeitet, um einen stabilen, operablen Körper mit Volumen zu reproduzieren. Körper werden zu Datensätzen, Datensätze zu Fleisch, Erinnerungen zu Algorithmen, Algorithmen zu Membranen aus kollektiven Erinnerungen.

_jiawen uffline_
jiawen (sie/es) existiert die meiste Zeit ihres Lebens als Nutzer*in und hat als Standardnutzer*in sowohl technologisch als auch politisch wenig Handlungsspielraum. Sie sucht nach anderen Möglichkeiten, die vorgegebene Identität einer Nutzer*in zu queeren. Ihr Wunsch ist es, ein Analogkäse in den digitalen Figuren zu sein und brutzelndes Fett auf die Kabel und Anschlüsse tropfen zu lassen. Abgesehen davon konzentriert sich jiawens Forschung auf Technologie als Erinnerung und Begehren, mit einer kontaminierten Geschichte, die jedoch rein, sterilisiert, dekontextualisiert und enthistorisiert erscheint und eher reduziert als in Beziehung setzt. jiawen untersucht die (Gegen-)Geschichte, Materialität, Poetik und Politik der Technologie. Sie sieht ŀæÅk als ein Beispiel für das Raum-Zeit-Kontinuum und einen festen Bestandteil der digitalen Realität und Leaking als eine Methode, um gemeinsam zu überleben.

 

*Touching Thoughts ist ein kunstwissenschaftliches Kooperationsprojekt der Netzkulturinitiative servus.at – Kunst und Kultur im Netz und der Medizinischen Fakultät der JKU (Abteilung für Pathologie und Molekulare Pathologie und Institut für Anatomie und Zellbiologie der JKU), das sich mit der Erforschung von Protokollen und Verfahren der dreidimensionalen Bildgebung im Bereich der digitalen Pathologie sowie der Frage befasst, wie wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse und Wahrheiten durch digitale Technologien generiert werden.