meatspace --- 2.-5. September 2001

Beim Projekt Meatspace, das die Stadtwerkstatt 2001 zur ArsElectronica durchführte war Servus.at fuer die technisch Betreuung der Computer, der Netze und der Videostreams zustaendig. Das Setup war komplex. Von einem Bürogebäude aus wurden 6 videostreams (4 x webcam, 2 x tv-cam) ins Studio in der Kunstuni am Hauptplatz gestreamt. Diese Streams wurden von - genau - 6 computern empfangen und in den Videomischer eingespeist (inkl. Ton). Der Output vom Videomischer (6 inputs vom Bürogebaeude + 4 live cams im Studio) wurde wiederum in einen Computer mit MPEG-Encoder Karte eingespeist und ueber eine dedicated Line zu Liwest gestreamt, wo ein Computer mit MPEG-Decoder Karte das ganze direkt ins Kabelnetz einspeiste.

meatspace.stwst.at

"meatspace" ist eine Verknüpfung von virtueller und realer Welt, ähnlich einem "Computergame", mit dem Unterschied, daß "virtuelle Personen", repräsentiert als "Avatare", mit "realen Personen" interagieren. Eine gemeinsame Aufgabe zwischen virtuellen und realen Personen ist zu lösen. Diese besteht darin, einen Job zu finden. Die Annäherung der potentiellen Arbeitgeber geschieht via eine speziell für dieses Projekt entwickeltes "cybergame".

Mit "meatspace" organisieren wir eine gewisse Umkehr der herkömmlichen Jobsuche. Nicht die Arbeitssuchenden müssen zu den ArbeitgeberInnen pilgern und sich vorstellen, sondern die potentiellen ArbeitgeberInnen kommen auf virtuellem Weg zu den Arbeitssuchenden und müssen vorweg einige Hürden nehmen.

Die Möglichkeiten der virtuellen Realität - dezentrales gemeinsames Agieren, die Repräsentation von Subjekten durch virtuelle StellvertreterInnen und der vom Körper abgekoppelte Umgang mit diesen virtuellen Figuren, sowie - das Wesentliche des realen Lebens - der Körper als Subjekt, als Hier und Jetzt mit allen seinen Möglichkeiten, treffen in diesem Setup aufeinander.

3 Ebenen:
Real Room: City Tower/Linz - 6. Stock
4 jobsuchende Frauen agieren an 4 Tagen des Festivals in einem eigens adaptierten Stockwerk des Linzer City Towers. Ihre Aufgabe ist es, mit potentiellen ArbeitgeberInnen, die über eine spezielle Webseite im Internet zum City Tower gelangen, mittels chat Vorstellungsgespräche zu führen, und sie von ihren Qualifikationen zu überzeugen. Die Erfahrungen mit den virtuellen ArbeitgeberInnen werden in einer Art "öffentlichem Protokoll" täglich mitgeschrieben und auf der Webseite veröffentlicht.

Cyberspace
Der virtuelle Weg zu den Protagonistinnen im City Tower ist gestaltet als ein spielerischer 3D-Raum, bei dem die Avatare der potentiellen ArbeitgeberInnen durch verschiedene "Welten" wandern müssen, ehe sie auf die jobsuchenden Frauen treffen. Auf diesem Weg haben die Avatare verschiedene Aufgaben zu lösen, Fragen zu beantworten, werden konfrontiert mit Themen aus der weiblichen Arbeitswelt. Sollte ein Vorstellungsgespräch erfolgreich sein, wird der virtuelle Besucher gebeten, ein Fax zu schicken, bzw sich telefonisch zu melden, um sein reales Interesse zu verifizieren.

TV-Studio - Kunstuniversität/Linz - Hauptplatz 8
Als Zusammenfassung des täglichen Geschehens wird an den Abenden jeweils ab 23.00 Uhr Uhr in einer Live-Fernsehsendung für das Ars Electronica Publikum vorort an der Kunstuniversität ein Resümee gezogen. 2 ModeratorInnen, eine im TV-Studio und eine im City Tower, begleiten die ZuseherInnen durch das Geschehen. Thematisiert werden die Erfahrungen mit den virtuellen BesucherInnen tagsüber, ob es Angebote gegeben hat, wie die chats verlaufen sind. Darüber hinaus werden ExpertInnen ins Studio geladen, um sie zum Thema Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Arbeit generell, etc ... zu befragen. Sind ArbeitgeberInnen im Publikum? Sie werden eingeladen, mitzumachen.

Die "streaming shows" werden täglich live auf dem regionalen Kabelsender LT1 übertragen.