Anna Kraher im 31st MFRU 2025: We’re All in This Together (Big Tech and the Politics of Isolation)

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Anna Kraher wurde zur 31. MFRU 2025 eingeladen, um über ihre laufenden Forschungsarbeiten zu sprechen, die sie während ihres Residency-Aufenthalts im AMRO Research Lab 2025 begonnen hat.

In diesem Vortrag wird untersucht, wie die Zukunftsvision der Big Tech – von privatisierten Städten und Weltraumkolonisierung bis hin zu Weltuntergangs-Bunkern – eine zunehmende „Politik der Isolation” widerspiegelt. Diese Projekte signalisieren die Abkehr der Tech-Elite von einer gemeinsamen Basis: von Unternehmen geführte Territorien als Rückzugsort vor rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, Bunker als Flucht vor ökologischen Grenzen und Weltraumkolonisierung als Loslösung von der Erde selbst. In dieser Weltanschauung wird Freiheit als Flucht vor Verantwortung und dem Kollektiv verstanden. Diese isolationistischen Strategien sind jedoch auf globale Systeme der Ausbeutung von Arbeitskräften und Umwelt angewiesen. Was als Isolation erscheint, ist in Wirklichkeit eine ausbeuterische Beziehung. Für die Tech-Eliten bedeutet dies einen Fluchtweg aus einer Welt in der Krise, während die Mehrheit mit einem zusammenbrechenden Planeten konfrontiert bleibt. Im Gegensatz dazu erfordert die „Freiheit zu bleiben” die Erhaltung einer kollektiv bewohnbaren Welt, in der wir das Recht haben, präsent zu bleiben.

Anna Kraher ist Forscherin und Künstlerin, die sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von künstlicher Intelligenz (KI) und Big Tech beschäftigt. Ihr Forschungsinteresse gilt insbesondere dem Zusammenspiel zwischen KI-Ideologien, Predictive Analytics und Zeitlichkeiten. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe „Ethik und kritische Theorien der künstlichen Intelligenz” und im Data Ethics Outreach Lab an der Universität Osnabrück. Sie studierte Design & Computation, Informatik und Gender Studies in Berlin und war am Zentrum für Transdisziplinäre Gender Studies der Humboldt-Universität sowie bei der gemeinnützigen Organisation AlgorithmWatch tätig.

 

* servus.at ist Kooperationspartner von MFRU, kuratiert von der slowenischen Kuratorin Lara Mejač und dem servus-Koordinator Davide Bevilacqua. Mehrere Mitglieder von AMRO / Research Labs / servus.at sind Teil der Ausstellung, die sich mit den geheimen Verbindungen zwischen Medientechnologien, Nutzern, Wissen und Informationsfluss befasst